Lärm am Arbeitsplatz

26.06.23 — dBel.Architect
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Lautstärke minimieren und Akustik verbessern

Ein häufiger Grund für Beschwerden am Arbeitsplatz ist der Lärm, insbesondere in Großraumbüros. Obwohl es im Büro nicht möglich ist, Geräusche vollständig zu vermeiden, ist es dennoch wichtig sicherzustellen, dass die Konzentrationsfähigkeit von der Lautstärke nicht negativ beeinflusst wird. Die cloudbasierte Anwendung dBEL.Architect kann Akustikprognosen erstellen und somit, bereits während des Planungsprozesses Aussagen über den Geräuschpegel und den Schall im Büroraum treffen. Aber nun erstmal zu den Grundlagen.

 

Die Themen im Überblick:

 

Lärm im Büro

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbringen einen erheblichen Teil ihrer Zeit im Büro. Daher sollte der Arbeitsplatz ein angenehmes und komfortables Umfeld bieten, um Stress und Belastungen zu minimieren. Schließlich möchte niemand an einem Ort arbeiten, der von Lärm und Unordnung geprägt ist. Insbesondere bei größeren Büroflächen sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter häufig einer erhöhten Geräuschbelastung ausgesetzt, welche sich negativ auf ihre Arbeit auswirken kann.

 

Negative Folgen durch Lärmbelästigung im Büro

Ein erhöhter Geräuschpegel im Büro kann verschiedene negative Auswirkungen haben, von denen einige im Folgenden aufgeführt sind:

  • Erhöhung des Stresslevels: Kontinuierliche Geräusche können Stress verursachen und die allgemeine Belastung der Mitarbeiter erhöhen. Das kann zu Unwohlsein und Anspannung führen.
  • Reduzierung der Produktivität: Lärm lenkt die Aufmerksamkeit ab und erschwert produktives und konzentriertes Arbeiten.
  • Verminderung der Arbeitsleistung: Die Arbeit wird durch störende Geräusche unterbrochen und es ist schwieriger sich auf komplexe Aufgaben zu konzentrieren und die Arbeitsziele effektiv zu erreichen.
  • Beeinträchtigung der Motivation und des Wohlbefindens: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind eher unzufrieden und engagieren sich weniger, wenn sie ihr Arbeitsumfeld unangenehm finden. Der Lärm kann als Belastung wahrgenommen werden und zu einer negativen Atmosphäre führen.

Um diese negativen Auswirkungen zu vermeiden, ist es notwendig, die Lautstärke im Büro zu minimieren. Durch die akustische Planung und Vermeidung eines störenden Lärmpegels können die oben genannten negativen Folgen vermieden werden.

Webinar: Lärmreduktion für dein Bauprojekt optimieren

In unserem Webinar zeigen wir, wie mit der Anwendung dBEL.Architect der Raumklang optimiert werden kann. Die Planung der Raumakustik wird ab Minute 8:26 bis 16:36 erklärt.

Thumbnail Webinar Video - Lärmreduktion

Wie laut darf es im Büro sein?

Der Schalldruckpegel, der die Lautstärke misst, wird in Dezibel angegeben. Gemäß der Arbeitsstättenverordnung sollte die Lautstärke am Arbeitsplatz je nach Unternehmen so niedrig wie möglich gehalten werden. Wichtig ist, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter keinerlei gesundheitliche Schäden durch Lärmstörungen tragen dürfen.

Für den Geräuschpegel in Räumen ist außerdem die Nachhallzeit relevant. Sie wird in Sekunden gemessen und gibt an, wie lange der Schall im Raum nachwirkt. Die empfohlenen Nachhallzeiten variieren je nach Art der Raumnutzung und dienen dazu, eine angenehme Lautstärke beizubehalten. Die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung gibt Richtwerte für die zulässige Lautstärke am Arbeitsplatz an.

 

Tipps gegen Lärm am Arbeitsplatz

Es gibt viele Möglichkeiten, wie man den Geräuschpegel im Büro reduzieren kann. Einige Tipps sind hier aufgelistet:

  • Laute Bürogeräte auslagern oder austauschen: Viele Geräusche sind auf laute elektronische Geräte zurückzuführen. Es besteht die Möglichkeit, diese Geräte in einen separaten Raum auszulagern, falls sie nicht in ständigem Gebrauch sind, oder gegen leisere Modelle auszutauschen.
  • Besprechungsräume einrichten: Es empfiehlt sich Räumlichkeiten für Besprechungen einzurichten und diese für laute Gespräche oder Telefonate zu nutzen.
  • Raumbarrieren aufbauen: Trennwände oder Regale dienen als Lärmschutzmaßnahme und trennen somit nicht nur die Büroräume ab, sondern verbessern gleichzeitig noch die Akustik des Raums.
  • Ruhebereiche einrichten: Um zumindest in manchen Bereichen eine ungestörte Arbeitsatmosphäre zu erzeugen, empfiehlt es sich Ruhezonen einzuführen, in denen Gespräche und laute Geräusche verboten sind.
  • Schallabsorber anbringen: Durch schallabsorbierende Oberflächen wird die Nachhallzeit verkürzt und störende Hintergrundgeräusche werden reduziert. Dadurch wird der Schall geschluckt und die Raumakustik wird deutlich besser.

 

Raumakustik planen

Um festzustellen, wie viele Schallabsorber benötigt werden, ist es ratsam, eine Software zu verwenden und damit im Voraus eine Akustikprognose für den Büroraum zu erstellen. Eine der verfügbaren Softwareanwendungen, die eine akustische Planung ermöglichen, ist dBEL.Architect. Das Tool kombiniert das bauphysikalische Fachwissen eines Ingenieurdienstleisters mit smarten Algorithmen und den Parametern Ihres Projekts. Es ermöglicht insbesondere Architekturbüros, früh im Planungsprozess schnelle und wichtige Erkenntnisse zu erhalten.

 

Die Raumakustik mit dBEL.Architect in vier Schritten planen:

1. Raumeigenschaften eingeben

Durch einfaches Eingeben der Abmessungen und Materialeigenschaften der räumlichen Abgrenzungsflächen kannst du mit dBEL.Architect schnelle Vorhersagen erstellen, sogar für nicht-kubische Räume. Die Software berechnet die Nachhallzeit im leeren Raum (rote Linie), die eine entscheidende Messgröße für eine angenehme Raumakustik ist.

Screenshot von den Raumeigenschaften des Raumakustik Rechners in dBEL.Architect

2. Nutzungsart auswählen

Die angestrebte Nachhallzeit hängt stark von der Raumnutzung ab. Daher ist es im zweiten Schritt nötig, die spezifische Nutzungsart des Raums auszuwählen. dBEL.Architect zeigt nun das gewünschte akustische Spektrum an (grüne Fläche), in dem sich die Benutzerinnen und Benutzer des Raums wohlfühlen würden. Gewöhnlich bestehen hier oft noch Abweichungen zwischen der Nachhallzeit im leeren Raum und dem gewünschten Zustand.

Screenshot zur Auswahl der Nutzungsart des Raumakustik Rechners in dBEL.Architect

3. Nutzungszustand angeben

Im dritten Schritt kannst du die tatsächliche Nachhallzeit näherungsweise bestimmen, indem du Informationen zur Möblierung und zur üblichen Personenzahl im Raum angibst. dBEL.Architect erstellt dann eine Prognose der konkreten Nachhallzeit (blaue Linie), basierend auf den Raumbedingungen, der Art der Nutzung und dem Zustand unter Berücksichtigung der Konformität mit der DIN 18041 (Hörsamkeit in Räumen).

Screenshot der Eingabe des Nutzungszustands im Raumakustik Rechner von dBEL.Architect

4. Empfehlungen erhalten

Zuletzt wird mithilfe weniger Parameter bestimmt, wie viel Fläche und welche Art von Schallabsorbern an Decken und Wänden erforderlich sind, um eine angenehme Nachhallzeit zu erreichen. Mit dBEL.Architect bekommst du bereits in einer sehr frühen Projektphase ein gutes Verständnis der akustischen Probleme und potentiellen Lösungen, ohne Fachwissen in der Bauphysik oder die Unterstützung eines Ingenieurdienstleisters. 

Screenshot der Empfehlungen des Raumakustik Rechners von dBEL.Architect